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Titel: Das "Lama" Spezial Rubrik: Stars Datum: 31.10.2001
    
Produktionsnotizen : Ein Königreich für ein Lama


Fun und Groove bestimmen das Leben des abgefahrenen eitlen und arroganten Herrschers Kusco im Mega-Palast in mitten des geheimnisvollen Bergkönigreichs. Bis sein schönes Yuppiedasein eine plötzliche Wendung nimmt: Aus Herrschsucht und Machthunger verwandelt Isma, seine durchgeknallte Beraterin, ihn ausgerechnet in ein schnödes Nutztier: Kusco wird zum Lama!
Aus dem Palast verschleppt trifft Lama Kusco auf den herzensguten Bauern Patscha. Er bietet Lama Kusco die einzige Möglichkeit zurück in seine Luxushütte zu finden. Das ungleiche Paar begibt sich auf einen unglaublichen Trip voller Action und Spaß: unüberwindbare Wasserfälle, Pumaherden, Isma auf Verfolgungsjagd und vor allem aber ihre völlig unterschiedlichen Lebenseinstellungen machen die Reise für beide unvergesslich. Kuscos Sicht der Welt – bisher voller Luxus und Rücksichtslosigkeit - wird kräftig durcheinander gewirbelt.
Doch trotz aller scheinbarer Einsicht: Lama Kusco will den Wettlauf gewinnen: Wird es auf den Thron zurückzukehren, bevor es Isma gelingt, ihn aufzuspüren und endgültig aus dem Weg zu räumen? Wird es Patscha übers Ohr hauen oder hat es endlich gelernt, was wahre Freundschaft bedeutet.....?


Das erste Wort hat der Chef: "Die Wurzeln von EIN KÖNIGREICH FÜR EIN LAMA liegen im Reich der klassischen Märchen”, erläutert Thomas Schumacher, seines Zeichens Präsident von Walt Disney Feature Animation. "Unsere Hauptfigur wechselt von einer Lebensform in eine andere, und das erlaubt ihr, das Leben aus einer anderen Perspektive zu sehen. Im Grunde ist es die Geschichte von jemandem, der ein Stück seines Weges in den Schuhen eines anderen wandern darf. In unserem Falle ist es ein verzogener junger Kaiser, der noch nie in seinem Leben auf die Idee kam, seinen Horizont zu erweitern, geschweige denn an jemand anderen außer sich selbst zu denken. Er wird in ein Lama verwandelt und muss nun in einer Welt überleben, die ihm ziemlich fremd ist. Er muss sich nicht nur unters gemeine Volk mischen, sondern dies auch noch auf vier Beinen tun. Um seine Bekehrung glaubwürdig zu machen, haben wir ihn anfangs als einen wenig liebenswerten Spinner dargestellt – man gönnt ihm seine wohlverdiente Strafe. Mark Dindal, unser Regisseur, hat mit seiner Inszenierung Fantastisches geleistet, und jeder Mitarbeiter des Teams hat etwas ganz Eigenes in den Film eingebracht. Comedy zu machen ist verdammt schwer, aber jedesmal, wenn ich EIN KÖNIGREICH FÜR EIN LAMA sehe, lache ich mich kaputt.”


Ein Königreich für eine Idee – die Anfänge

Der Entwicklungsprozess eines Disney-Zeichentrickfilms ist lang. Sehr lang. Er zieht sich über Jahre hin und ist geprägt von Fehlstarts und Sackgassen. ALADDIN ("Aladdin”, 1992), THE LION KING ("Der König der Löwen”, 1994) und TARZAN ("Tarzan”, 1999) sind nur drei Beispiele dafür, wie die fertigen Filme sich völlig von den ursprünglichen Konzepten unterscheiden. Wie bei jedem filmischen Projekt ist die perfekte Kombination von Charakteren und Story ein heikler Balanceakt, der viel Hingabe, Hartnäckigkeit und Kreativität erfordert.

Die Anfänge von EIN KÖNIGREICH FÜR EIN LAMA gehen in das Jahr 1994 zurück, als das kreative Team des Films eine völlig andere Version der Geschichte entwickelte. Der erste
Ansatz des Projekts, das damals noch den Titel KINGDOM OF THE SUN trug, war, eine dramatische Geschichte zu erzählen, die auf präkolumbischen Legenden beruhte und von einem ehrgeizigen Song-Repertoire aus der Feder von Sting unterstützt werden sollte. Aber wie so oft schlug die Story auf dem langen Weg ihrer Entwicklung einige unerwartete Haken. Schließlich entschloss man sich, den Film in eine völlig neue Richtung zu lenken und schrieb 1998 die Geschichte um. Nur zwei der komödiantischen Hauptfiguren und eine Hand voll Elemente aus dem Original-Treatment wurden beibehalten. Mark Dindal und Randy Fullmer standen der Kreation eines neuen Konzeptes, der dazugehörigen Storyboards und schließlich des Drehbuchs vor.

"EIN KÖNIGREICH FÜR EIN LAMA ist ein prima Beispiel dafür, mit welchem Engagement und welcher Sorgfalt wir unsere Projekte entwickeln”, sagt Thomas Schumacher. "Während der Entwicklung und des kreativen Prozesses tasten wir alle Richtungen ab, um genau die Geschichte und die Figuren zu finden, die uns gefallen – und von denen wir hoffen, dass sie auch den Zuschauern gefallen. Obwohl uns dieser Film vor viele Herausforderungen gestellt hat und wir auf dem Weg etliche Umleitungen in Kauf nehmen mussten, haben Mark, Randy und das ganze Animationsteam eine wundervolle Arbeit gemacht, in dem sie eine frische, originelle Komödie voller Überraschungen und mit einem ganz eigenen Stil geschaffen haben. EIN KÖNIGREICH FÜR EIN LAMA ist einer der unterhaltsamsten und bezauberndsten Filme, die wir je hergestellt haben, und wir sind sehr stolz auf das, was wir geleistet haben.”

Die wohl größte Herausforderung bei der Entwicklung von EIN KÖNIGREICH FÜR EIN LAMA bestand darin, aus einem musikalischen Drama eine rasante Komödie zu machen. "In den ersten beiden Jahren war EIN KÖNIGREICH FÜR EIN LAMA eher eine Art ernsthaftes Epos”, erinnert sich der Produzent Randy Fullmer. "Irgendwann waren wir an dem Punkt angelangt, an dem uns das Projekt keinen Spaß mehr machte – und das ist das Zeichen, dass man einen neuen Weg einschlagen sollte.” "Wir haben verzweifelt nach einer Möglichkeit gesucht, der Geschichte einen neuen, frischen Drive zu geben”, ergänzt Dindal. "Und dann kam Chris Williams aus unserem Story-Team mit einer abgedrehteren, verrückteren Version der Geschichte auf uns zu, die ebenfalls äußerst charmant war. Er hatte die Idee, aus Patcha einen älteren Mann zu machen – im Gegensatz zu dem Teenager, der er in der ursprünglichen Fassung war. Das gab der Geschichte einen völlig neuen Dreh, und wir sahen sie auf einmal in einem ganz anderen Licht. Peter Schneider, der Vorsitzende der Walt Disney Studios, ermunterte uns, bei unserer Arbeit über den Tellerrand zu schauen. Er wollte, dass wir unsere Geschichte noch mal völlig auf den Kopf stellen und anders an sie herangehen. Also haben wir mit Randy und unserem Autoren David Reynolds alles noch mal umgeworfen. Und komischerweise hat uns dieser Schritt neue Energie, neuen Enthusiasmus und Spaß gebracht. Kusco ist nun nicht mehr die typische Disney-Hauptfigur – er ist kein netter, sympathischer, verletzlicher Kerl, der ein bestimmtes Verlangen hat, aber von den Umständen daran gehindert wird, an sein Ziel zu gelangen. Nein, Kusco ist eher das genaue Gegenteil. Er ist in einer heftigen Zwickmühle und braucht einen guten Menschen, der ihm da nun heraushift.”

"Ich meine: Je absurder die Figuren in bestimmten Situationen gezeichnet sind, desto mehr Spaß kann man mit ihnen haben”, erläutert der Regisseur Mark Dindal. "Was uns an diesem Film sehr gereizt hat, war die Mischung aus Absurdität und Emotionen. Wenn man diese Gratwanderung schafft, bekommt man das Beste aus diesen beiden Welten, denn die Geschichte wird nicht zu sentimental. In EIN KÖNIGREICH FÜR EIN LAMA haben wir ein wirklich seltsames Paar – einen jungen Kerl, der immer nur an sich selbst denkt, und einen einfachen Bauern, der sich stets um andere sorgt. Der Humor des Films entspringt aus ihren verschiedenen Charakteren.”

Nachdem die Richtung feststand, in die sich die Geschichte von EIN KÖNIGREICH FÜR EIN LAMA entwickeln sollte, wurden die Hauptfiguren noch einmal stark überarbeitet und andere hinzugefügt. Eine der neuen Figuren war Ismas Kumpan Kronk – der heimliche Star des Films.

David Reynolds, einer der ersten Gagschreiber des populären amerikanischen Late-Night-Talkers Conan O’Brien, der
schon etliche Disney-Filme mit Witz und spritzigen Dialogen veredelt hatte, erinnert sich: "Eines Tages gaben mir Mark und Chris eine Szene zu lesen, in der eine Figur vorkam, die unserem Kronk schon sehr ähnlich war. Ich las also den Witz, den sie sich ausgedacht hatten, und ich lachte mich schlapp. Ich sagte: 'Ich kenne diesen Typen. Er ist wie Puddy aus der Sitcom ‘Seinfeld’. Er redet die ganze Zeit, aber er bekommt nichts auf die Reihe!' Ich habe sie gefragt, ob ich eine Szene für diese Figur schreiben könne – es war die Gift-Szene während der Dinner-Sequenz. Dabei habe ich ständig in mich hineingekichert. Kronk machte sich fürchterlich viele Gedanken um dieses Abendessen und verlor dabei völlig den Zweck aus den Augen, den er und Isma mit diesem Dinner verfolgten – nämlich Kusco zu töten. Die Szene funktionierte blendend, und da ging uns auf, wie komisch Kronk sein könnte.”

Auch an der Hauptfigur wurde noch lange gefeilt. "Eine unserer großen Herausforderungen war es, das Publikum dazu zu bringen, mit Kusco mitzufühlen”, erläutert Reynolds. "Er ist zwar sehr arrogant, aber dann wird er von allen herumgestoßen und man bemerkt, dass dieser Typ noch nie einen echten Freund hatte. Das gibt ihm eine gewisse Verletzlichkeit.”

Nachdem die Story überarbeitet und die Storyboards auf den Weg gebracht waren, ging das kreative Team mit neuem Elan und Enthusiasmus an die Arbeit. "Als wir den neuen Zugang zu unserer Geschichte gefunden hatten, ging sie ab wie eine Rakete”, grinst Fullmer. "Ich vergleiche das Team gern mit Rennpferden am Start: Ruhig, abwartend, aber schon mit den Hufen scharrend. Von Anfang an wollten alle das erreichen, was Mark im Kopf hatte, und alle hatten ein ähnliches Feingefühl, die Richtung des Films betreffend. Jeder wusste genau, innerhalb welcher Parameter er arbeiten sollte, und jeder meisterte seine Aufgaben hervorragend – unter dem künstlerischen Aspekt wurden immer die besten Entscheidungen getroffen.”

"Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Menschen sehr froh sind, wenn sie eine klare Vorstellung vermittelt bekommen, wohin man mit einem Projekt will. Dabei sollte man ihnen aber nicht genau vorschreiben, wie sie dorthin kommen”, beschreibt Mark Dindal seinen Regie-Stil. "Die Zeichner und die anderen Abteilungen sollen natürlich meine Visionen umsetzen, aber sie sind dabei mehr als nur mein verlängerter Arm. Wir hatten ein tolles Team bei der Produktion von EIN KÖNIGREICH FÜR EIN LAMA, und es machte mir viel Spaß, zuzusehen, was meine Mitarbeiter taten, um die Geschichte mit Leben zu füllen. Die Storyboard-Zeichner haben ihre Ideen in ihre Skizzen eingebracht, und die Zeichner haben diese Skizzen ausgiebig genutzt. Aber als sie die Lücken zwischen den skizzierten Posen ausgefüllt und an ihrer Magie gearbeitet haben, kamen subtilere Ausdrucksweisen hinzu, die unsere Storyboards wesentlich verfeinert haben. Ich sehe meine Rolle als die eines Dirigenten, der nicht notwendigerweise alle Instrumente beherrschen muss. Aber er muss wissen, wie sie klingen sollen. In unserem Fall wusste ich, dass unsere Künstler alle exzellente Jobs machen. Ich musste ihnen nur die Richtung zeigen und dann aus dem Weg gehen.”

"Mark hat einen wunderbaren Sinn für Humor und eine natürliche Begabung, mit Menschen umzugehen”, gibt Fullmer weiter zu Protokoll. "Er weiß, wie man delegiert und wie man ein Team motiviert, er schätzt seine Mitarbeiter und schenkt ihnen sein vollstes Vertrauen. Und darüber hinaus ist er mit enormem Talent gesegnet. Bei den Sprachaufnahmen hat er niemanden gebraucht, der mit den Synchronsprechern den Text gelesen hat. Er hat es einfach selbst gemacht, denn er hatte den kompletten Text sowieso im Kopf – ebenso wie das Timing und die Gangart. Er saß mit Kopfhörer im Studio und kommunizierte mit den Sprechern.
Und es hat wunderbar funktioniert.”


Kusco & Co. – die Animation der Figuren

Breite Charakterisierungen, unglaubliche Slapstick-Situationen – EIN KÖNIGREICH FÜR EIN LAMA ist einer jener Filme, an dem Zeichner liebend gern arbeiten. Die Geschichte gab ihnen reichlich Spielraum, ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen und Dinge zu schaffen, die nur im Reich der Animation möglich sind. Dindal und Fullmer haben bei der Auswahl der Leitenden Zeichner viel Sorgfalt walten lassen – und ihnen danach größtmöglichen Freiraum gegeben.

Die Animation von EIN KÖNIGREICH FÜR EIN LAMA begann im Frühjahr 1999, und die Arbeit an diesem außergewöhnlichen Film wurde überraschend schnell und äußerst befriedigend für alle Beteiligten beendet. Rund 400 Künstler und weitere 300 Techniker und Produktionsmitarbeiter waren an EIN KÖNIGREICH FÜR EIN LAMA beteiligt. Rund zehn Minuten des Films entstanden in den Pariser Studios von Disney’s Feature Animation. Die Studios in Florida dagegen waren für das Clean-up und die Effekte zuständig.

"Wir haben schon in der Anfangsphase gemerkt, dass der Unterhaltungswert von EIN KÖNIGREICH FÜR EIN LAMA aus den Persönlichkeiten der Figuren heraus entspringt”, erklärt Dindal. "Mit weniger Figuren kann man sich stärker auf die Story konzentrieren und die Charaktere gleichzeitig detailschärfer entwickeln. Wir fanden es schlüssiger, unsere Figuren hervorzuheben und nicht überwältigende Spezialeffecte oder filmische Techniken in den Vordergrund zu stellen.”

Da sich der größte Teil der Geschichte um lediglich vier Hauptfiguren dreht, engagierten die Filmemacher ein Quartett
von Disneys besten Leitenden Zeichnern, die dem Film Magie und den Charakteren Leben einhauchen sollten: Nik Ranieri, der Animator, der schon Lumière aus BEAUTY AND THE BEAST ("Die Schöne und das Biest”, 1991), Meeko in POCAHONTAS ("Pocahontas”, 1995) und Hades in HERCULES ("Hercules”, 1997) zum Leben erweckt hatte, war für den Kaiser Kusco in seiner Form als Mensch und als Lama verantwortlich. Bruce Smith, ein talentierter Zeichner und Regisseur, der zuletzt den Gorilla Kerchak in TARZAN entwickelt hatte, überwachte die Arbeit an dem braven Bauern Patcha. Tony Bancroft, Koregisseur des Welterfolges MULAN ("Mulan”, 1998) und Leitender Zeichner von Pumbaa aus THE LION KING ("Der König der Löwen”, 1994), war für die ausgelassenen Mätzchen von Kronk verantwortlich. Und Dale Baer, ein erfahrener Animator, der schon bei der Produktion von WHO FRAMED ROGER RABBIT? ("Falsches Spiel mit Roger Rabbit”, 1988) unschätzbar wertvolle Arbeit geleistet hatte, hob Kuscos böse Gegenspielerin Isma aus der Taufe.

Joe Moshiers frühe Charakterstudien der Hauptfigur dienten dem Zeichner Nik Ranieri als Inspiration für seine Arbeit: Er war für die Animation von Kusco in seiner menschlichen Gestalt ebenso verantwortlich wie für das kaiserliche Lama. Ranieri und die zwölf Zeichner in seinem Team studierten die Tiere im Zoo, besuchten eine Lama-Farm, sahen etliche Dokumentationen und schafften sogar einige Male ein paar der Tiere zu Studienzwecken ins Studio. Das Cartoon-Lama des Films reflektiert freilich nicht unbedingt ein echtes Lama, aber es weist doch zahlreiche Elemente seiner authentischen Anatomie auf.

"Lamas haben lange Hälse, und das macht es ihnen fast unmöglich, sich menschenähnlich zu bewegen und zu verhalten”, erklärt Ranieri. "Zum Beispiel können wir unsere Figur nicht einfach die Schultern zucken lassen oder etwas Ähnliches. Wir haben lange gerungen, um unserem Lama genügend Ausdrucksmöglichkeiten zu geben, aber wir haben stets innovative Wege innerhalb der gesetzten Grenzen gefunden. Wir haben seinen Pelz wie den eines Afghanen oder eines ähnlich zotteligen Hundes gezeichnet. Wenn man zwischen den Animationen eines Menschen und eines Lamas hin- und herspringt, steht man darüber hinaus auch noch vor anderen Herausforderungen. Bis auf die Tatsache, dass beide ziemlich dürr sind und die gleichen Augen haben, sind die beiden Figuren nämlich sehr unterschiedlich.”

"Als Zeichner liebe ich es, physische Comedy und andere komische Dinge zu machen”, fährt er fort. "Kusco war für mich eine sehr dankbare Figur, denn sie bot viele Facetten, einerseits mit verrücktem Humor zu spielen, andererseits aber auch pathetische Momente zu zeichnen.”

Der Leitende Zeichner Bruce Smith war dafür zuständig, Patcha zum Leben zu erwecken. "Patcha ist sicherlich die menschlichste unserer Figuren”, erklärt er. "Er hat im Gegensatz zu unserem Lama, mit dem er herumhängt, sehr viel menschlichere Manieren und realistische Eigenschaften. Er ist ein sehr bodenständiger Typ, der die Dinge immer wieder ins rechte Licht rückt. Weil er fast zwei Meter groß und 125 Kilo schwer ist, mussten wir hart daran arbeiten, ihn mit einem Gefühl für Gewicht und mit Glaubwürdigkeit in seinen Bewegungen auszustatten. Sogar wenn eine Situation eskaliert und sich die Figuren balgen, bewegt er sich eher wie ein Ersatzspieler als eine Cartoon-Figur von Tex Avery.”

"Es macht sehr viel Spaß, einen Menschen mit den Mitteln der Karikatur zu zeichnen”, ergänzt Smith. "Wir haben ein bisschen im Archiv gewühlt und uns angesehen, wie Milt Kahl seinen Roger in 101 DALMATIANS ("101 Dalmatiner”, 1961) und seine Madame Medusa in THE RESCUERS ("Bernard und Bianca – Die Mäusepolizei”, 1977) gezeichnet hat. Die bewegen sich genau wie Menschen, aber sie haben etwas, durch das man sie eindeutig ins Reich der Animation einordnen kann. Genau danach habe ich gesucht, als ich Patcha animiert habe.”

Dale Baer, ein Zeichentrick-Veteran, der seine Karriere bei Disney vor fast 30 Jahren begann und später zwölf Jahre lang sein eigenes Animationsstudio leitete, hatte die beneidenswerte Aufgabe, die Animation von Isma zu überwachen.

"Isma war die Figur, die mir in meiner ganzen Karriere am meisten Spaß gemacht hat”, grinst Baer. "Ich habe alles Mögliche mit ihr angestellt und bin damit auch noch durchgekommen. Sie hat einen unglaublich langen Hals, fürchterlich knochige Hüften und Schultern und extrem lange Arme. Man kann sie bis zum Extrem karikieren, und ihre menschliche Gestalt kommt dennoch zum Vorschein. Das hat mir so viel Freude bereitet, dass es mir nicht wirklich wie Arbeit vorkam, sie zu zeichnen.”

"Eines der komischsten Dinge an Isma ist, dass sie immer feminin und elegant wirken will, es aber nie schafft”, erklärt Baer weiter. "Das gibt ihr komische Ecken und Kanten, die sehr spaßig und überraschend sind. Ihre Kostüme – flott gefiederte Kragen und pompöse Hüte – waren ebenfalls lustig zu animieren, und außerdem haben wir dadurch einen Crashkurs in Modedesign absolviert. Für mich war Isma eine Herausforderung, weil ich eher zurückhaltend an meine Figuren gehe. Ich mag klare Animationen, aber Marks Regie hat mich dazu gebracht Dinge zu tun, die ich nie vorher in Erwägung gezogen hatte.”

Baers Kollege Tony Bancroft hatte bereits ein Warzenschwein, eine Uhr, eine Echse mit Halskrause und einen schwatzhaften Drachen gezeichnet. Mit EIN KÖNIGREICH FÜR EIN LAMA betrat er Neuland: Er leitete erstmals ein Team, das eine menschliche Figur animieren sollte – Kronk.

"Der Film war mein erster Job, nachdem ich bei MULAN Regie geführt hatte, und ich fand es traumhaft, dass ich mich wieder an den Zeichentisch setzen konnte – und dann auch noch mit einer Figur, die so facettenreich und komisch ist”, erinnert sich Bancroft. "Ich war vorher noch nie für einen Menschen verantwortlich, und ich war anfangs tatsächlich ein bisschen nervös. Er hat eine so komplizierte Anatomie und so viele Muskeln, dass ich erst mal eine Menge Recherchen anstellen und Denkarbeit leisten musste. Glücklicherweise verlangt der Stil des Films nach einer starken Simplifizierung und karikaturhaften Zeichnungen. Kronk hat weit ausladende Schultern und eine breite Brust, und ich musste viel üben, um ihn überzeugend darzustellen.”

"Nach einer Weile kann man nicht anders als diesen Typen zu mögen”, fährt Bancroft fort. "Anfangs zählt er zu den Bösen, aber am Ende wendet er sich den Guten zu. Er bewegt sich in einer steifen, abgehackten Weise, fast roboterhaft, wie ein Gewichtheber. Seine Arme sind etwas steif, und sie sind nicht sonderlich beweglich. Diese Steifheit in die Animationen zu übertragen war sehr wichtig. Eine ganz andere Herausforderung war es, Kronks Kopf zum Drehen zu bringen. Er hat ein sehr flaches, kantiges Gesicht mit einer langen Nase. Wir haben ihn auf ganz simple geometrische Formen reduziert, und das hat uns geholfen, ihn und seine Bewegungen überzeugend darzustellen.”


"Die Farben der Inkas” – Art Direction,
Hintergründe, Layout und Character Design


Stilistisch suchten die Macher von EIN KÖNIGREICH FÜR EIN LAMA nach einem einfachen, aber raffinierten Zugang, der den respektlos-komödiantischen Ton der
Geschichte wiedergeben sollte. Um die Atmosphäre des südamerikanisch inspirierten Settings einzufangen, reiste das kreative Team des Films im Jahr 1996 nach Peru, um die künstlerischen und kulturellen Vermächtnisse der Inkas zu studieren. Während ihrer zehntägigen Reise besuchten sie z. B. die Bergstadt Machu Picchu und die historische Stadt Cuzco. Sie unternahmen eine Flussfahrt einen reißenden Strom hinunter und studierten die Felder, die extrem steilen Berge und riesigen Felsen aus der Vogelperspektive eines Militärhubschraubers.
Um den Look des Films so einzigartig gestalten zu können, arbeiteten der Artdirector Colin Stimpson und sein Kollege Tom Cardone eng mit dem Produzenten, dem Regisseur und den anderen Köpfen des kreativen Teams zusammen. Auch Paul Felix brachte in den frühen Stadien der Produktion seine Ideen ins Produktionsdesign ein. Inspiriert vom markanten, farbenprächtigen Stil der Inkas, begannen die Artdirektoren, verschiedene Formen, Motive und Designs zu ihren Konzeptzeichnungen zusammenzufügen. Statuen, Gemälde und Schmuck boten eine Fülle von skizzenhaft, nahezu karikaturartig gezeichneten Tieren und Bildern, die ihnen als Vorlage dienten.

"Unser Auftrag war es, den Look des Films unbeschwert zu gestalten, mit einem vorrangigen Sinn für Humor und übertriebenen Karikaturen”, so Stimpson. "Alles – Figuren und Hintergründe – sollte mit einer klaren Individualität ausgestattet sein. Wir haben versucht, fantasievoll zu sein und dem Publikum etwas zu zeigen, das es so vorher noch nicht gesehen hat. Wir wollten die Zuschauer mit dem Look überraschen, und darum haben wir es genossen, uns bei unserer Arbeit auf die Kunst der Inkas zu beziehen. All diese Formen und Kompositionen waren wundervoll, und wir haben in den Gemälden immer wieder seltsame kleine Tiere entdeckt, die wir auf spaßige Weise in den Film einbauen wollten. Die Außenansicht von Kuscos Palast zum Beispiel ist von einer kleinen goldenen Statue inspiriert, die Brücke, von der Kronk die Tasche wirft, wurde nach dem Bild eines Hundes karikiert und die Fisch-Wandteppiche in Ismas Esszimmer basieren auf echten Wandteppichen der Inkas.”

"Wir waren immer wieder überrascht, wie komplex und atemberaubend die Darstellungen der Inkas waren”, erinnert sich Stimpson weiter. "Teppiche und Schmuck sind gespickt mit den Bildern mystischer Kreaturen und der künstlerische Stil ist geprägt von sehr starken Farben und einem hoch entwickelten Sinn für Design. Wir haben im Grunde diese Dinge karikiert und vereinfacht, um darzustellen, was daran komisch sein könnte. Auch das Erlebnis südamerikanischer Landschaft hinterließ bei uns einen gewaltigen Eindruck. Sie wirkt wegen der steilen Berge und der parzellierten Felder manchmal wie eine Karikatur ihrer selbst. Es sieht aus, als hätten wir eine Patchwork-Decke genommen und sie in unser Design für das Dorf eingebracht.”

Eine weitere unschätzbare Inspiration lieferte der einfache Zeichenstil einiger Disney-Klassiker aus den 1950er Jahren – besonders von PETER PAN ("Peter Pan”, 1953) und THE LADY AND THE TRAMP ("Susi und Strolch”, 1955).

"Uns ist aufgefallen, dass diese Filme wie ein Bühnenstück anmuten”, erklärt Fullmer. "In jeder Szene ist ganz klar, wo sich das Auge des Betrachters befinden soll. Also gingen wir zurück zu dieser einfachen Art der Komposition. Wenn man die Layout- und Hintergrund-Zeichnungen von EIN KÖNIGREICH FÜR EIN LAMA ansieht, bekommt man fast den Eindruck, sie seien unfertig – bis die Figuren hinzugefügt werden. Wir wollten das Auge des Zuschauers führen, indem wir sehr simple, aber scharf hervortretende Umrisse, theatralische räumliche Trennungen und eine spezielle Beleuchtung einsetzten. So werden die Figuren hervorgehoben und die Stimmung der einzelnen Szenen verstärkt.”

Der Artdirektor Tom Cardone bemerkt: "Was die Farbpalette des Films betrifft, haben wir darauf Wert gelegt, dass die Figuren entweder sehr hell oder sehr finster gezeichnet sind, damit man sie sofort einordnen kann. In manchen Szenen haben wir die Farbe zurückgenommen und sie fast wie Schwarz-Weiß-Szenen gestaltet, damit die Figuren besser zum Vorschein kommen. PETER PAN hatte einen ähnlichen visuellen Stil, und dabei war immer klar, wo die Augen des Zuschauers hinzusehen hatten. Sogar die Hintergründe waren einfach und direkt. Wir haben die Bereiche, auf die man nicht achten muss, nicht mal scharf gezeichnet. Wenn man das richtige Maß von Details und Highlights einsetzt, kann man eine kraftvolle, wunderschöne Zeichnung schaffen, die genauso effektiv ist wie eine komplett scharf gezeichnete.”

"Als wir auf einem Berggipfel in Peru standen und uns die Wolken zu Füßen lagen, fühlten wir uns alle sehr klein, und es wurde uns bewusst, dass wir nicht die einzigen Wesen auf diesem Planeten sind – dass wir ihn noch nicht mal unter Kontrolle haben”, fährt Cardone fort. "Die Inkas hatten ein einzigartiges, bewundernswertes Gespür für Gestaltung, ablesbar in ihrer Architektur und ihren Stoffmustern. Wir wollten unserem Film viel Charme geben, und die Inkas haben uns durch ihren Stil und ihre Muster die Vorlagen dafür geliefert. Und als wir andere Disney-Filme ansahen, die auch in Südamerika angesiedelt sind – SALUDOS AMIGOS (1943) und THE THREE CABALLEROS ("Die drei Caballeros”, 1945) –, kamen uns noch weitere Ideen für unseren Film.”

In ihrer Eigenschaft als Künstlerische Leiterin der Hintergrund-Abteilung stand Natalie Franscioni-Karp 18 Künstlern vor und arbeitete ebenfalls eng mit den Artdirektoren zusammen, um den Design-Stil von EIN KÖNIGREICH FÜR EIN LAMA zu entwickeln und festzulegen. Anstelle detaillierter Gemälde benutzte sie einfach und flach gestaltete Farbflächen, um den Schauplatz der Handlung hervorzuheben. Die Farbpalette war wiederum direkt von den Artefakten und Teppichen der Inkas inspiriert.

"Dieser Film stellte die Hintergrund-Zeichner vor eine große Herausforderung, weil wir alle daran gewöhnt waren, die Hintergründe sehr scharf und detailgenau zu zeichnen, um den Look dreidimensional und glaubwürdig zu gestalten”, erklärt Franscioni-Karp. "Hier standen wir vor der Aufgabe, die Dinge immer und immer wieder zu vereinfachen. Manchmal musste ein Künstler seine Zeichnungen zwei- oder dreimal überarbeiten, um zu einem einfacheren Stil zu gelangen. Anstatt immer mehr Details hinzuzufügen, haben wir uns in die entgegengesetzte Richtung bewegt. Es war ein ganz anderes Arbeiten als wir es normalerweise gewohnt sind. Unsere Herausforderung war es, die Hintergründe dreidimensional und glaubwürdig wirken zu lassen, obwohl sie nicht völlig scharf gezeichnet waren. Die Künstler liebten diese Aufgabe und hatten viel Spaß daran, nachdem sie sich erstmal daran gewöhnt hatten.”

"Jede Zeichnung hat ihre ganz eigene Geschichte”, fährt sie fort. "Man beginnt mit einer leeren Leinwand und einem bisschen Angst, weil man eine Skizze hat und sie in ein Gemälde verwandeln muss. Man startet mit einem Gefühl der Unsicherheit und kommt dann irgendwann an den Punkt, an dem man damit fertig wird. Man hat den Gipfel erreicht und denkt: 'Von jetzt an geht es nur noch bergab.' Diesen Gipfel erreichen wir normalerweise, indem wir unsere Details scharf hervorheben. Es ist immer eine große Hilfe, wenn man vorher genau weiß, wie ein Gemälde auszusehen hat. Durch den vereinfachten Stil von EIN KÖNIGREICH FÜR EIN LAMA mussten wir präziser und langfristiger planen, um festzulegen, wohin wir mit unserer Arbeit wollten. Das war ein völlig anderer Prozess als normalerweise, und wir mussten uns einen anderen Zugang zu unserer Arbeit suchen.”

Auch ihr Kollege Jean-Christophe Poulain, der Künstlerische Leiter des Layouts, stand vor neuen Herausforderungen. Sein 20-köpfiges Team (darunter einige Mitarbeiter in Paris) entwickelte visuelle Ideen, um den emotionalen und komödiantischen Inhalten des Films gerecht zu werden und sie gleichermaßen zu karikieren. Beleuchtung, Kameraeinstellungen und Kompositionen wurden zu wichtigen Bausteinen für das Erzählen der Story. Besonders eine Szene, die Achterbahnfahrt zu Ismas geheimem Labor, erforderte schwierige Kamerafahrten und kinematografische Feinarbeit.

Ein weiteres wichtiges Element bei der Definition des Looks von EIN KÖNIGREICH FÜR EIN LAMA war das Character Design. Diese ehrgeizige und beneidenswerte Aufgabe fiel dem talentierten, stilistisch
eigenwilligen jungen Künstler Joe Moshier zu. Er spielte darüber hinaus auch eine Schlüsselrolle beim Design der Kostüme – besonders dem von Ismas eigenwilliger Garderobe. Durch klar umrissene Linien und kühne Kurven, klare Formen und Silhouetten und das Zusammenspiel von organischen und geometrischen Formen schuf Moshier eine Gruppe von Charakteren, die gleichermaßen karikiert und anziehend wirken."Wir wollten das Gleiche erreichen wie die Inkas und präkolumbischen Stämme mit ihrer Kunst”, erläutert Moshier. "Sie haben stets die schmeichlerischsten Blickwinkel benutzt, meistens Profile, und haben ihnen grafisch Ausdruck gegeben. Man kann diesen Stil auf Gefäßzeichnungen, Teppichen und Skulpturen beobachten. Ich habe mich an diesen Stil angelehnt und den Figuren flache Umrisse gegeben, die in einem dreidimensionalen Raum dennoch funktionieren. Sie sind eher wie die steifen Figuren in SLEEPING BEAUTY ("Dornröschen”, 1959) als die griffigeren Figuren in anderen Disney-Filmen.”

Mosheri gibt zu, dass es ihm am meisten Spaß machte, Isma zu gestalten. "Isma ist sehr knochig und hat große, ovale Augen. Ihre Anatomie ist einfach unglaublich. Wir haben ihre Hüften hervortreten lassen und auch mit anderen Teilen ihrer Anatomie gespielt. Sie hat ungefähr fünf Kostümwechsel während des Films, und es war sehr lustig, ihre Kleidung zu gestalten.”

"Am schwierigsten war es, Kusco zu entwerfen”, gibt Moshier zu. "Wir haben an vier verschiedenen Designs gearbeitet, bevor wir uns schließlich für das letzte entschieden. Die Herausforderung, den Look dieser Figuren im Rahmen der visuellen Philosophie des Films zu entwickeln, war eine gewaltige Aufgabe. Wir hatten ständig neue effiziente Ideen. Besonders stolz bin ich darauf, dass alle Figuren aussehen, als kämen sie aus der Hand eines einzigen Designers – und darauf, dass sie sich dem Stil des ganzen Films anpassen. Wenn man bedenkt, wie viele verschiedene Menschen an jeder einzelnen Figur gearbeitet haben, ist es erstaunlich, dass sie aussehen, als hätten alle die gleiche Behandlung erfahren.”




Der Groove des Kaisers –
die Songs von Sting und David Hartley


Das Konzept von KINGDOM IN THE SUN sah einen ambitionierten Song-Score vor, den Sting in Zusammenarbeit mit dem Musiker und Komponisten David Hartley schreiben sollte. Sting beschäftigte sich intensiv mit dem Projekt und komponierte bezaubernde Songs, die die ursprüngliche Geschichte exzellent unterstützten. Als das Skript umgeändert wurde, gab es für sechs jedoch keine Verwendung mehr. Sting stellte sich der Herausforderung, für neue Figuren zu schreiben, und schuf zwei Songs – ”Perfect World” und "My Funny Friend and Me” –, die in EIN KÖNIGREICH FÜR EIN LAMA zu hören sind.

"Als ich Sting zum ersten Mal anrief, um über die Zusammenarbeit an diesem Projekt zu sprechen, hatten wir alle einen völlig anderen Film im Kopf”, erinnert sich Thomas Schumacher. "Auch die Songs, die EIN KÖNIGREICH FÜR EIN LAMA jetzt untermalen, sind anders, aber sie sind sensationell. Wir wollten, dass eine große, spaßige Nummer den Film eröffnet, die die Macht von Kusco und die Art, wie er die Welt kontrolliert zeigen sollte. Also schrieb Sting ‘Perfect World’, um den Helden einzuführen und dem Publikum zu zeigen, wie abgedreht sein Selbstbewusstsein ist. Das Stück ist sehr ironisch und wird von dem persönlichen ‘Themensänger’ des Kaisers gesungen. Tom Jones hat eine sehr stimmige Interpretation dieses Songs aufgenommen, die den Ton des gesamten Films prägt.”

"Das zweite Stück, ‘My Funny Friend and Me’, beschreibt die Beziehung zwischen Kusco und Patcha”, fährt Schumacher fort. "Es erzählt von dem Bogen, den der Film schlägt. Die Melodie taucht während des Films mehrmals auf und hat sich als wunderbares musikalisches Thema für die Geschichte erwiesen. Es war fantastisch, gemeinsam mit Sting an EIN KÖNIGREICH FÜR EIN LAMA zu arbeiten. Er war sehr aufgeschlossen und an allem interessiert, was mit dem Projekt zu tun hatte.”

"Disney-Filme gehören zu meinem Leben, seit ich SLEEPING BEAUTY ("Dornröschen", 1959) und THE JUNGLE BOOK ("Das Dschungelbuch”, 1967) gesehen habe”, bekennt Sting. "Ich war ziemlich aufgeregt, als man mich fragte, ob ich an einem von Disneys Zeichentrickfilmen mitarbeiten wolle. Wenn man gute Songs für Disney-Figuren schreibt, werden diese Stücke in der Regel unsterblich und erfreuen Generationen von Zuschauern. Jahrelang würden Kinder sie kennen und singen – diese Aufgabe hat mich gereizt.”

"An diesem Projekt wollte ich unbedingt mit einem Partner arbeiten”, ergänzt der Popstar. "Ich schrieb zur gleichen Zeit an meinem Album und wollte die Arbeit an Film und Platte nicht durcheinander bringen, während ich für Disney schrieb. David Hartley ist ein wunderbarer Piano-spieler, mit dem ich schon in der Vergangenheit gern zusammengearbeitet habe. Er ist sehr komisch und hat immer gute Ideen. Und ich wollte nicht, dass sich die Songs anhören wie typische Sting-Songs. Ich wollte, dass sie zu den Figuren passen, und die Zusammenarbeit mit David hat mir geholfen, genau das zu erreichen.”

"Ich bin seit meinem 17. Lebensjahr ein Fan von Sting”, gibt Hartley zu Protokoll. "Knapp ein Jahr bevor all das hier begann, besuchte ich eins seiner Konzerte in der Londoner Royal Albert Hall und beneidete seinen Keyboarder Kenny Kirkland um seinen Job. Nicht im Traum wäre mir damals eingefallen, dass wir beide mal so eng zusammenarbeiten würden.”

Da er sich eher als Musiker sieht, amüsiert sich David Hartley königlich darüber, dass er nun als Songwriter bekannt geworden ist. "Meine letzten Songs habe ich geschrieben, als ich ungefähr zehn Jahre alt war”, lacht er. "Und die ersten Stücke, die ich professionell mit einer anderen Person gemeinsam komponiere, schreibe ich mit Sting zusammen – ich kann es immer noch nicht fassen.”

"Es war wie eine dreijährige Reise, und wir hatten unsere Höhen und Tiefen”, erinnert sich Sting. "Ich habe sechs Songs geschrieben, die nicht verwendet werden konnten, weil sich der Film von einem Musical zu einer Komödie verwandelt hatte. Wir
haben viele sehr gute Sachen umsonst gemacht, aber letztlich bin ich sehr glücklich darüber, für diesen Film Songs komponiert zu haben. ‘My Funny Friend and Me’ ist ein Stück, das irgendwie meine Beziehung zu David beschreibt. Wir lieben uns, aber manchmal war ich kurz davor, ihn zu erwürgen oder von einer Klippe zu schubsen. Und ich bin sicher, dass es Momente gab, in denen er das Gleiche über mich dachte. Aber alles in allem war es eine sehr befriedigende Zusammenarbeit.” Und Randy Fullmer schließt: "‘My Funny Friend and Me’ hat eine Magie, die nur Sting ausdrücken kann, und man kann sich niemand anderen auf diesem Planeten vorstellen, der diesen Song singen könnte. Er beschreibt die Essenz von Kuscos und Patchas Beziehung und erinnert daran, was die beiden zusammen durchmachen mussten. Am Anfang sind sie wie Feuer und Wasser, aber am Ende sind sie Freunde. Es ist ein sehr aufrichtiges Stück. Es war eine Freude, mit Sting zu arbeiten, denn er ist jemand, der sich auf eine Aufgabe stürzt und sehr methodisch an den Dingen arbeitet. Er genoss es, uns seine Songs zu präsentieren, und legte sehr viel Wert auf unser Feedback.”

Eine detaillierte Chronik der Arbeit von Sting an EIN KÖNIGREICH FÜR EIN LAMA – sowohl an der ersten, dramatischeren Musical-Version als auch an der endgültigen Fassung – wurde übrigens von Stings Ehefrau, der Filmemacherin und Schauspielerin Trudie Styler, gedreht. Ihr Film ist als abendfüllende Dokumentation geplant und wird Ende 2001 fertiggestellt werden.

 

 

 

 

    

   
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